Zwischen Jecken, Geschichte und Kultur – so könnte man eine Reise nach Bonn am leichtesten beschreiben. In der närrischen Zeit vereint die Beethovenstadt buntes Treiben mit Kultur und Tradition – ein berauschender Sog, aus dem kann sich weder befreien kann noch möchte. Hier mein diesbezüglicher Reisebericht:

Bonn – eine geschichtsträchtige Stadt

Schön und gepflegt präsentiert sich Bonn und wartet für die Liebhaber von Kunst und Historie mit einigen Perlen auf, die Ihresgleichen suchen – seien es herrschaftliche Schlösser, die noch immer im Glanz und Prunk ihrer barocken Baustile erstrahlen oder das prächtige Bonner Münster, dessen eindrucksvolles Äußeres nur noch von der pompösen Einrichtung des Inneren übertroffen wird.

In diesen Gebäuden wird die Geschichte der Stadt wirklich greifbar. Am besten lässt sich dies am Beispiel Beethovens verdeutlichen: das Leben und Schaffen des wohl berühmtesten Sohnes Bonns lässt sich an keinem anderen Ort der Welt so gut nachvollziehen wie hier.

Die Beethovenstadt

Vor über 200 Jahren wurde er in Bonn geboren und wird auch in weiteren 200 Jahren noch nicht vergessen sein: der große Künstler Ludwig van Beethoven. Ihm zu Ehren wurde nicht nur ein beeindruckendes Denkmal vor dem Postamt errichtet, auch sein Geburtshaus ist mittlerweile zu einem beliebten Anlaufpunkt für Touristen geworden.

Ich ließ es mir nicht nehmen, selbst einmal durch diese heiligen Hallen zu schreiten und mich davon zu überzeugen, dass es tatsächlich noch weitestgehend im Originalzustand erhalten ist. Wer sich für den Komponisten interessiert, wird hier auf einige faszinierende Details aus seinem Leben stoßen.

Der Künstler war aber nicht nur Namensgeber für dieses kleine Museum, sondern auch für die riesige Veranstaltungshalle, in der regelmäßig Konzerte des Beethoven-Orchesters gegeben werden. Zwar kam ich nicht in den Genuss einer solchen Veranstaltung, dafür durfte ich jedoch an einer Karnevalssitzung in der Beethovenhalle teilnehmen – ein weiterer, fester Bestandteil der Traditionen der Stadt Bonn.

Karneval und Kamelle – jeck unterwegs in Bonn

Karneval ist im Rheinland nicht nur Tradition – es ist eine ganz eigene Lebensart. Davon kann man sich alljährlich zur närrischen Zeit selber überzeugen. Ein ungeschminktes Gesicht und graue Alltagskleidung haben im Karneval nichts verloren – egal, wohin man sieht, überall begegnen einem fröhliche und bunt kostümierte Jecken.

Ein Highlight des rheinischen Karnevals sind die Züge – vor allem der große Rosenmontagszug in Bonn. Dieser beginnt in der Thomas-Mann-Straße und zieht sowohl durch die Innen- als auch die Altstadt. Bunt geschmückte Prunkwagen – beladen mit kostümierten Feiernden – bewegen sich gemächlich durch die Straßen, während von oben die „Kamelle“ regnen.

Der Begriff „Kamelle“ bezieht sich nicht nur auf Süßigkeiten – mit etwas Glück sind die Taschen nach dem Zug vollgestopft mit guten Dingen:

  • Bonbons
  • Popcorn & Chips
  • Gummibälle
  • Kleine Stofftiere & Spielzeug
  • Kugelschreiber
  • Schokolade & Kekse

Doch ein Wort der Warnung sei ausgesprochen: für Männer mit Anzug und Krawatte gibt es am Donnerstag vor Aschermittwoch kein Pardon – hier wird gnadenlos die Schere gezückt schon ist die Krawatte ab. (Foto: Flickr.com @ dan_fuh)