Auf den Spuren August des Starken von Sachsen zu wandeln, zwischen den barocken Gemäuern der Stadt an der Elbe zu flanieren wie einst Anna Constantia, Gräfin von Cosel – das war mein Wunsch, als mich meine Wege nach Dresden in Sachsen, Deutschland führten. Davon soll auch mein heutiger Reisebericht handeln.

Dresden – modernes Leben hinter barocken Fassaden

Natürlich macht der Wandel der Zeit auch vor der Landeshauptstadt von Sachsen nicht halt – so findet man in den belebten Einkaufspassagen alle Annehmlichkeiten des heutigen Lebens, an die man sich so gewöhnt hat; seien es edle Schmuck- und Kleidungsboutiquen, schicke Straßencafés oder gemütliche Restaurants mit raffinierter Küche. Doch umgeben wird das Alles von einer barocken Fassade, die an jeder Ecke an die ruhmreiche Vergangenheit des „Elbflorenz“ – so die liebevolle Bezeichnung der Stadt – erinnert. Aus den zahlreichen Sehenswürdigkeiten Dresdens musste ich sorgsam auswählen, da meine Aufenthaltsdauer knapp bemessen war. Ich entschied mich für den Zwinger und die Frauenkirche.

Der Zwinger – historische Kostbarkeiten in ehrwürdiger Umgebung

Welcher Besuch in Dresden wäre vollkommen, ohne einmal einen Fuß in den weltberühmten Zwinger gesetzt zu haben? 1709 wurde im Zentrum der Stadt mit den Arbeiten an einem der bedeutendsten Bauwerke des Barock begonnen – unter der Leitung des Landesbaumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann und mit Hilfe des begabten Bildhauers Balthasar Permoser, dessen prächtige Skulpturen teilweise heute noch die Fassaden des Gebäudes zieren. Ob im Sommer oder im Winter, wer durch den großzügigen Innenhof der Anlage flaniert, fühlt sich in die Zeit zurückversetzt, in der adlige Damen und Herren in kostbaren Kleidern über die Wege stolzierten. Um einen noch besseren Eindruck von dem damaligen Geschehen zu bekommen, sollte man sich die verschiedenen Kunstsammlungen ansehen, welche in vielen Bereichen des Zwingers untergebracht wurden. Höchst beeindruckt war ich vor allem von der Rüstkammer mit ihrem großen Arsenal an alten Waffen, Rüstungen und anderen Kleinodien – vom zierlichen Degen bis hin zu gewaltigen und prachtvollen Bidenhändern.

Die Frauenkirche in Dresden – Symbol der Versöhnung

Im 18. Jahrhundert nach einem Entwurf von George Bähr erbaut, wurde das einstmals eindrucksvolle Gebäude im Zweiten Weltkrieg zerstört und seine Ruine diente fortan als Mahnmal gegen den Krieg. Doch 1994 wurden die Wiederaufbauarbeiten aufgenommen und verhalfen der Frauenkirche erneut zu einem prächtigen Äußeren. 2005 wurde sie durch einen Gottesdienst wieder eingeweiht und soll nun zu einem Symbol der Versöhnung werden. Das Innere der Kirche ist überwältigend schön und erinnert an den üppigen Prunk vergangener Tage. Marmorierte Säulen, golden Verzierungen und eindrucksvolle Gemälde in der Innenkuppel vereinen sich zu einem so harmonischen Bild, dass man von Frieden erfüllt auf den Bänken sitzt, die andächtige Atmosphäre auf sich einströmen lässt und zu dem Schluss kommt: Dresden ist wahrlich eine Perle für jeden historisch interessierten Reisenden. (Foto: Flickr.com @ az1172)